Was ist Fernwärme
 
 

GEOTHERMIE.CH 24. Fachtagung von GEOTHERMIE.CH vom 25. September 2014

26.09.2014

Geothermie für Städte und Gemeinden – Welche Rolle spielt die Geothermie bei der intelligenten Energieversorgung?

Eben noch hat der Nationalrat ein Postulat von NR Böhi (GLP/TG) – wie vom Bundesrat beantragt – abgelehnt, welches einen Bericht über die Wärmenutzung aus Tiefengeothermie verlangte. Der Bundesrat führte aus, dass die Nutzung der Tiefen-geothermie für die Energiestrategie 2050 eine wichtige Rolle spiele, vor allem aber zur Stromproduktion. So setzt etwa der Kanton Thurgau die Geothermie für sein Gebiet mit der Wasserkraft in den Alpen gleich und geht davon aus, dass bis zum Jahr 2022 mindestens ein Geothermiekraftwerk einheimische Bandenergie produziert.

Die Fachtagung von GEOTHERMIE.CH zeigte aber klar, dass der Beitrag der Geo-thermie zur Wärmeerzeugung nicht zu unterschätzen sein dürfte und dass sie insbesondere auch einen Beitrag zur saisonalen Speicherung volatiler Überschuss-energie leisten kann. Entsprechend oft wurde denn auch der Zusammenhang mit der Fernwärmeversorgung angesprochen und angeregt, künftig die nötige Koordination zu suchen und sicherzustellen. Dazu Willy Gehrer, Präsident von GEOTHERMIE.CH (zitiert nach der Vereins-Zeitschrift, Nr. 57):

«Leider fehlt der Energiestrategie des Bundes das Thema „Nutzung der Erdwärme zur Wärmeproduktion“. Zur Förderung der Erdwärmesonden-Heizungen sind die Kantone zuständig, für Grossanlagen mit Tiefbohrungen gibt es weder Unterstützung noch Risikoabdeckung. Zur Substitution von Brennstoff und damit zur CO2-Reduktion kann die Geothermie einen wertvollen Beitrag leisten. Immerhin produzieren die bestehenden Geothermie-Anlagen 2012 in der Schweiz ca. 3 TWh Wärme. Viele Fernwärme-Betreiber sind äusserst interessiert daran, ihr Netz mit Erdwärme zu speisen. Die dafür notwendigen Tiefbohrungen müssen aber mit der gleichen Risiko-abdeckung rechnen können wie jene für die Stromerzeugung. Die Speisung eines solchen Risikofonds kann logischerweise nur über eine CO2-Abgabe finanziert wer-den. Leider ist der Nationalrat nicht bereit, dafür eine CO2-Abgabe einzuführen.»

Technisch gesehen dürfte der Erfolg eines Zusammenspannens aber von der not-wendigen Absenkung der derzeit noch zu hohen Vorlauftemperatur der Fernwärme abhängen.

Während die leider nicht erfolgreich verlaufenen Abteufungen in Basel und St. Gallen weit herum bekannt sind, zeigte der Reigen der interessanten Referate auf, dass derzeit recht viele Projekte in Planung oder gar Umsetzung sind. Sie zielen teilweise auf die Wärmeversorgung, teilweise auf die Stromproduktion. Vorgestellt oder er-wähnt wurden neben verschiedenen Projekten im Kanton Thurgau das grosse Poten-tial im Kristallingestein von Mittelland und Jura (Triengen, Pfaffnau, Haute-Sorne, Avenches) und zahlreiche Projekte in den Städten Riehen, Zürich, Bern und Davos sowie Oftringen. Interessant auch, dass sich 2010 sieben Energieversorger (aet, ebl, EOS, ewb, ewz GVM und iwb) zum Gemeinschaftsunternehmen GEO-Energie Suisse AG zusammengeschlossen haben.

Wie bei der Fernwärme stellt sich hinsichtlich der Rahmenbedingungen nicht nur die Frage einer Risikogarantie beim Wegzug oder Versagen der Wärmequelle, sondern auch die Notwendigkeit von Anschubfinanzierungen für die Initialinvestitionen. Dies wurde etwa im Fall des Geothermieprojektes Oftringen unterstrichen, wo der kommu¬nale Initiant eines regionalen Versorgungsprojektes finanziell klar überfordert wäre.

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